Die Birke

Betula pendula, wie die bekannte Hängebirke botanisch heißt, ist filigran und flexibel zugleich. Im Sturm beugt sie sich mit dem Wind und bietet daher wenig Angriffsfläche für Windbruch. Von jeher nutzten die Menschen das flexible Holz und die biegsame Rinde des Pioniergehölzes zur Herstellung von Gefäßen, um Lebensmittel aufzubewahren.

Der jugendlich wirkende Baum, der aufrecht dem Himmel entgegenstrebt und zugleich seine Äste und Zweige der Erde entgegenstreckt vermittelt den Eindruck, als würde er mit seiner Leichtigkeit das Innerste der Erde nach Außen bringen, um es zurück zu geben. So wird die zarte Birke in der Homöopathie auch eingesetzt, wenn der jugendliche Schwung in Gedanken und Gefühlen verlorengeht, die Fröhlichkeit sich zurückzieht und Ausgelassenheit der Kinder bedrohlich wird.

Die zarten, grünen Blätter der sanft schwingenden Zweige erwecken das Gefühl von Leichtigkeit und Frohsinn. Die Birke ist deshalb für viele Menschen der Inbegriff von Frühling. Wie Interessierte wissen, ist das Frühjahr die große Zeit der Entgiftungskuren.

Dabei ist die Birke für Herz- und Nierengesunde eine große Hilfe. Sind diese Organe nur noch eingeschränkt tätig, ist eine Anwendung, die die Ausscheidung anregt, stets kontraindiziert!

Birkenblätter und besonders der Birkensaft tragen zur Unterstützung der Nieren bei und helfen damit bei der Ausscheidung und Entgiftung auf allen Ebenen. Gestaute Prozesse werden in Gang gesetzt, Körper, Geist und Psyche werden neu belebt.

Neben der Entgiftung wirken die Birkenblätter frisch ( Achtung: Bitter! ) oder getrocknet bei entzĂĽndlichen oder bakteriellen Erkrankungen im Uro-Genital Trakt. Vermutlich hieĂź dieser Baumfreund deshalb frĂĽher auch „Nierenbaum“.

Eine Durchspülungstherapie hilft bei Harngries, rheumatische Beschwerden können gelindert werden. Wichtig ist die ausreichende Zuführ von Flüssigkeit.

Bei Entgiftungskuren muss die Trinkmenge deutliche ĂĽber die normale Zufuhr hinausgehen ansonsten drohen Unwohlsein, Ăśbelkeit und Kopfschmerzen….

Neben dem Saft und den Birkenblättern ist auch die einmalig weiße Rinde, die sich ansonsten bei keinem mir bekannten Baum findet,  wirksam und nützlich für unsere Gesundheit.

Von Alters her, schlagen sich die Menschen in den skandinavischen Ländern beim Saunagang mit Birkenruten. Das enthaltene Betulin unterstützt zusammen mit dem Schlagereiz die Durchblutung der Haut. Diese ist unser größtes Organ und unsere erste Barriere gegen Körpereindringlinge. Bei chronischen Hautkrankheiten wird die getrockente Rinde als Badezusatz verwendet. Sie wurde früher für Birkenteer zur Behandlung der Psoriasis ( Schuppenflechte ) genutzt.

Betulin ist übrigens auch im Birkensaft enthalten. Dieser wirkt durchblutend und pflegend auf die Kopfhaut und die Haare. Das kann übermäßigem Haarausfall eventuell entgegenwirken.

Der Mythos der „Glazenwiederbelebung“ hat sich allerdings nicht halten können. Leider.

 

Viele der oben genannten Wirkungen finden sich grundlegend auch in der Gemmotherapie wieder:

Die Birkenknospen, die viele guten Eigenschaften der Birke in sich tragen, können helfen  bei:

  • Ausleitung nach Infekten
  • Ausleitung nach Antibiotika- Gaben
  • ADS/ADHS
  • Schulkopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen
  • Wachstumsbeschwerden
  • Prostatabeschwerden
  • Osteoporose
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • GelenkentzĂĽndung
  • Parodontose
  • Schwellungen
  • Verdauungsbeschwerden
  • prämenstruelle Beschwerdebilder

 

Insgesamt wirken die Gemmopräparate der Birke anregend auf Drüsen, ausleitend, entgiftend, entzündungshemmend,  abschwellend, regenerierend, entspannend und antidepressiv.