Das Mädesüß

 

Beim MädesĂĽĂź liegt der Gedanke nah, dass das Heilkraut nach einem „sĂĽĂźen Mädl“ benannt wurde. Nein, dem ist nicht so, auch wenn das MädesĂĽĂź bis heute fĂĽr Liebszauber oder Liebesräucherungen verwendet wird.

Der Name von Fillipendula ulmaria kommt wohl eher davon, dass nach der Mahd, also dem abmähen des Grases, die Kräuter sĂĽĂź duften. Im englischsprachigen Bereich hat sich daher der Name „meadow sweet“ erhalten und die Duftqualtiät des Heilkrautes, die unter anderem von dem enthaltenen Vanillin und den Zitronensäuren kommt, werden dort bis heute fĂĽr Duftpotpouries benutzt.

Nicht nur der angenehme, vanillige Duft des Krautes vermittelt Lebensfreude. FrĂĽher wurden die Böden in den  Räumen der Burgherren mit MädesĂĽĂź bestreut und Met damit aromatisiert. Damit konnte der wohl oft muffige Geruch aus den Nasen vertrieben werden aber das Gebräu hat wohl auch zur Lebensfreude beigetragen…

Der feine Duft der „Wiesenkönigin“ kann auch in der KĂĽche genutzt werden. Ă„hnlich wie Waldmeister verleihen die BlĂĽten Limonaden und Desserts einen besonderen Touch. Allerdings gilt auch hier wie beim Waldmeister eine sehr geringe Dosierung um Kopfschmerzen zu vermeiden. Die jungen, noch weichen Blätter können Salat beigemischt werden. Auch hier gilt: Weniger ist mehr!

 In der Weidenrinde ist Salicylsäure enthalten. Das ist vielen Menschen bekannt. DiesbezĂĽglich ĂĽberrascht uns der „WiesengeiĂźbart“ denn auch er verfĂĽgt ĂĽber ganz spezielle Inhaltsstoffe:

Wir bekommen es beim „Johanniswedel“ neben Falavonoiden wie dem Spiraeosid oder Gerbstoffen mit sehr bekannten Substanzen aus der Medizin zu tun: Den Vorläufersubstanzen der Salycilsäure, den ätherischen Ă–len Salicylaldehyd sowie Salicylsäuremethylesther, die vor allem in den BlĂĽten vorhanden sind. Bekannt sind diese Stoffe von den „Aspirin“- Tabletten.

Diese enthalten Acetylsalycilsäure, die aus der bereits erwähnten Säure weiterentwickelt wurde und seit über einhundert Jahren nun in künstlich hergestellter Variante bei Schmerzen hilft. Die Ausgangssubstanz war jedoch schon den alten Kelten und Germanen als Heilmittel bekannt und wurde gegen Schmerzen eingesetzt.

Heute wissen wir, dass das Mädesüß auch leicht schweißtreibend und antientzündlich wirkt, gegen Durchfälle und Blähungen oder Sodbrennen dienlich ist, bei Migräne Erleichterung bringt und bei Gicht, Rheuma sowie Nieren- und Blasenentzündung eine Hilfe sein kann auch wenn sie natürlich weniger intensiv wirkt als ihr künstlicher Nachfolger.

Die bis zu 2 m hoch werdende Pflanze ist eine noch weit verbreitete Art. Sowohl in Europa als auch in Nordamerika ist sie zuhause. Da sie feuchten Lebensraum bevorzugt, mĂĽssen wir in den kommenden Erdzyklen gut auf sie achten, damit wir sie noch lange in unserem Umfeld haben. GlĂĽcklicherweise lässt sich die Wiesenkönigin auch in unseren Gartenwiesen ziehen. Mit ihren schönen BlĂĽten ist das das Rosengewächs von Juni bis August eine blĂĽhende Bereicherung und eine Insektenweide. Wir helfen damit nicht nur der Natur sondern haben so stets einen Vorrat von den schmerzlindernen und fiebersenkenden BlĂĽten die uns helfen, gut durch die Erkältungszeit zu kommen. Salicylsäure hemmt laut Untersuchungen des Frauenhofer Institutes genauso wie Acetylsalicylsäure die SARS-Cov2-RNA Expression in den Zellen.  In Zeiten wie diesen, in denen Medikamente teilweise nur bedingt zu erhalten sind, ist dieses Wissen Gold wert…..

Von der dauernden Verwendung oder zu hohen Gaben von Salicylsäure ist abzuraten, da die Verstoffwechslung Eisen verbraucht bzw. bindet um unter anderem auch Bakterien zu hemmen. Bei bestehendem Eisenmangel und oder vegetarischer Ernährung ( Obst und Gemüse enthalten ebenfalls Vorstufen ), können einige Bakterien bei Entziehung von zuviel Eisen ihren Stoffwechsel verändern und sich noch hartnäckiger zum Beispiel im Atemtrakt festsetzen.

Also wie immer: Alles mit MaĂź und Ziel und behaltet euren Eisenspiegel im Auge!!!

 

Wie bei allen Substanzen kann auch hier eine allergische Reaktion auftreten. Allergische Menschen oder Menschen, die sehr sensibel auf Salicylate reagieren sollten sich also vorsichtig an die Pflanzenwirkung herantasten oder ganz darauf verzichten.