Rauhnächte, Räuchertradition und Räucherwerk

 

Weshalb sollte ein aufgeklärter Mensch in unseren Tagen den Aberglauben an umgehende Geister, die wilde Jagd oder heraufbeschworene Zukunftsvisionen teilen, die in dunklen Zeiten oder zumindest in der dunklen Jahreszeit ihren Ursprung haben? Weshalb sollte er die damit verbundenen Räucherungen weiterführen? Birgt das irgendeinen Sinn in sich?

Nunja, wir haben heute mehr Licht Tag und Nacht als uns guttut. Von Rast und Ruhe kann keine Rede mehr sein und aus der „staaden Zeit“ ist ein Konsummarathon geworden. Eins aber hat sich nicht geändert:

Die Zeit zwischen den Jahren ist eine ganz besondere Zeit.  Wer genau in die Natur hineinspürt, kann die besondere Qualität dieser Tage rund um die Wintersonnwende am 21. 12. fühlen. Es herrscht eine besondere Stille, Stille im Sinne von Stillstand, als würde die Welt den Atem anhalten. Es ist genau diese Stille, die uns fehlt, um in uns hinein zu horchen und Bestandsaufnahme zu machen. Es ist das wieder zu Sinnen kommen, das uns fehlt. Die Besinnung, die Rückbesinnung. Auch die spirituelle oder religiöse Rückbesinnung, je nach Ausrichtung, ist wichtig in diesen Tagen.

Besinnung, Auszeit, Zwischenzeit?

In der Tat ist diese besondere Zeit wortwörtich eine „Zwischenzeit“. Als vor vielen Jahrhunderten das Mondjahr der Urvölker mit seinen 354 Tagen auf das Sonnenjahr umgestellt wurde, fehlten 11 bzw. 12 Tage. Die Lücke wurde einfach aufgefüllt und das Schaltjahr war erfunden.

Was die Festlegung der einzelnen Rauchnächte anbelangt, gibt es lokale Unterschiede. In meiner Region ist das so:

Beginnend mit der Thomasnacht, der Nacht der Wintersonnenwende, also vom 21.12. auf den 22.12, bis in den Januar hinein gibt es 12 Rauhnächte, die in der Überlieferung für jeweils einen Monat des kommenden Jahres stehen. Daher auch der alte Begriff „Losnächte“. Denn wie die Rauhnacht verläuft, so soll das Los des entsprechenden Monats sein. Diese Vorhersagung wird auch „losen“ genannt.

Das sind die „wichtigsten“ 4 Rauhnächte:

  • 21/ 22. Dezember (Thomasnacht – die Wintersonnenwende, längste Nacht des Jahres)
  • 24/ 25. Dezember (Heiliger Abend – Christnacht)
  • 13. Dezember/ 1. Januar (Silvester)
  • 5/ 6. Januar (Vigil von Epiphanie – Erscheinung des Herrn)

 

Jetzt möchtet ihr vielleicht wissen, welchen Sinn das Räuchern eigentlich hat?

Räucherungen können uns dabei unterstützen, Innenschau zu halten und uns wieder anzubinden an das Große und Ganze. An das Geheimnis der Schöpfung. In Rauchestempo können wir mit unserem ganzen Sein in die geistige Welt eintauchen. Zentrierung, innere Ruhe, Eigenwahrnehmung, die Wahrnehmung der Welt, Erdung oder Anbindung an die höheren Sphären kann „per fumum“ also „durch den Rauch“ geschehen und noch viel mehr…

Ganz nebenbei schafft das Räuchern zudem eine angenehme, gemütliche, heimelige Atmosphäre und damit eine Ruheinsel im Ozean des Weltgetriebes. Das tut gut.

Und gerade weil es so gut tut, hat das Räuchern in meinem Leben seit etlichen Jahren seinen festen Platz. Das ist auch der Grund weshalb ich eigentlich gerade in diesen Tagen einen vielstündigen Workshop zu diesem Thema gehalten hätte. Corona ist mir dazwischen gegrätscht.

Sei´s drum.  Das hier ist also mein Weihnachtsgeschenk an potentielle Teilnehmer/innen meiner Kurse und andere Interessetierte.

Räuchern kann jeder auch fĂĽr sich „lernen“ und eigene, schöne Erfahrungen damit machen, sofern er sich an die Spielregeln hält        ( siehe Räucheranleitung ).

Vielleicht kann euch dieser Beitrag dazu inspirieren. Hier ein paar Fotos, die während dieser Fotodokumentation entstanden sind.

                                                                                                                                                                                                                        

 

In diesem Jahr ist es nur eingeschränkt möglich, Räucherwerk zu besorgen. Daher habe ich mir überlegt, was Wald, Garten und Küchenschrank zu Räucherzwecken so hergeben. Dabei habe ich wieder einmal ganz bewusst festgestellt, wie viele wunderbare, heimische Kräuter es gibt, die beim Räuchern ihre Pflanzenseele ganz für unsere menschlichen Bedürfnisse hergeben.

Eines vorab, den rechtlichen Anforderungen entsprechend:

Jede und jeder Anwender/in ist für sein Handeln selbst         verantwortlich. Die folgende Anleitung ist eine von Vielen und hat keinen Anspruch auf Ausschließlichkeit. Die Anwendung ist für gesunde Erwachsene gedacht.

Allergien sind zu berĂĽcksichtigen.

Auf Kleinkinder/Kinder und Haustiere muss RĂĽcksicht genommen werden, dies Gruppen sind von der Anwendung ausgenommen!

Der Umgang mit Feuer und brennenden Materialien muss sorgfältig erfolgen. Ansonsten kann Verletzungsgefahr oder Brand die Folge sein!!!

Trotz guter Recherche und Erfahrung mit Material und Materie ist bei jedweden mögliche Schäden eine Haftung meinerseits ausgeschlossen.

Nun aber wieder zurück zu den schönen Dingen des Lebens.

Und zu einem großen DANKESCHÖN!!! Dieses Dankeschön gilt meinem Mann, der alle nun folgenden Bilder gemacht und bearbeitet hat.

Die Fotos zeigen unterschiedliche Räucherware zu verschiedenen Themen. Die meisten davon werdet ihr vermutlich Zuhause haben. Es geht im Folgenden also ums Räuchern mit zumeist heimischen Kräutern.

Bitte mischt nicht gleich alle gezeigten Kräuter wahllos zusammen sondern beginnt mit dem Lieblingskraut und baut euch langsam die eigene Mischung auf. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und individuelle Reaktionen auch. Wer ĂĽber Literatur zum Räuchern verfĂĽgt, wird feststellen, dass ich dem Thema Zukunftsschau auch Schutz- bzw. erdende Kräuter/ Harze zugeordnet habe. Dies wĂĽrde ich jedem Anwender empfehlen, da wir in der Meditation unser Bewusstsein weit öffnen und besondere Sicherheit brauchen…

Unter diesem Link findet ihr geeignete Kräuter

Heimische Räucherkräuter

Aber nun zu den Bildern:

Antistress Räuchermischung
Kräuter zur Herstellung von individueller Räuchermischung für Stressabbau

 

Kräutermischung Reinigung und Schutz
Kräuter zur Herstellung von individueller Räuchermischung für Reinigung und Schutz

 

Kräutermischung Zukunftsschau
Kräuter zur Herstellung von individueller Räuchermischung zur Zukunftsschau

 

Kräutermischung Gute Laune
Kräuter zur Herstellung von individueller Räuchermischung für Gute Laune

 

Übersicht Räucherwerk

Hier eine einfache Anleitung zum Räuchern, mit Rechtsklick kommt ihr zum jeweiligen Link

Eine einfache schriftliche Anleitung zum Räuchern

 

Eine Räucheranleitung in Bildern

 

Wohltuender Rauch

Hier ein kleines Video

 

Geräuchert wird übrigens rund um den Globus in vielen Ländern der Erde, sowohl im Orient als auch im Okzident. Als eines der ältesten Menschenrituale der Welt wird häufig sogar täglich geräuchert. Im Jemen zum Beispiel Tag und Nacht in Gesundheit und Krankheit. Auf unserem Planeten wird Räuchern als Opferritual eingesetzt. Es wird zur energetischen Reinigung, bei Totenzeremonien als Unterstützung auf dem Weg ins Jenseits, bei  Geburten und zur Beschwörung und Manchem mehr geräuchert.

 

Jetzt hoffe ich, dass sich in euren Vorratsschränken oder in eurer Umgebung geeignetes Räucherwerk finden lässt und ihr einfach loslegen könnt.

Ach ja, noch ein Satz zum Schluss: Es gibt viele Philosophien zum Thema Räuchern. Ich bin der Meinung, das Wichtigste ist, es zu tun.

Aufmerksam, achtsam, mit allen Sinnen und dem Herzen und  bei der Sache.

Mit Dankbarkeit für unsere Mutter Erde und der Schöpfung gegenüber.

In diesem Sinne:

 

Frohe Weihnachten!!!

 

 

 

 

Räuchern kannst du das ganze Jahr hindurch!