Das echte Duftveilchen

Das echte Duftveilchen, botanisch Viola odorata genannt, ist ein wahres Kleinod. Seit der Antike wurde es bereits von Griechen und R√∂mern f√ľr die Heilkunde in den G√§rten kultiviert. Hippikrates soll es ebenso zu Heilzwecken eingesetzt haben wie Dioskurides. Als Zutat zu religi√∂sen Ritualen spielte es im Altertum ebenfalls eine Rolle. Den Griechen galt das zarte Pfl√§nzchen als Blume der Liebe. Nicht umsonst schenkten fr√ľher verliebte M√§nner auch in unserem Land ihrer Liebsten einen kleinen Strau√ü aus Veilchen.

Ab dem Mittelalter wurde das Veilchen, das in manchen Gegenden auch M√§rzveilchen hei√üt, in ganz Mitteleuropa als Zier- und Heilpflanze angebaut. 2007 war das Duftveilchen die Heilpflanze des Jahres. Die Bl√ľten und Bl√§tter k√∂nnen zu Tee oder Breiumschlag verarbeitet, naturheilkundlich zur Anwendung kommen.

Das kleine Pfl√§nzchen birgt interessante Inhaltsstoffe in sich: Gerbstoffe, Saponine, Bitterstoffe, Schleimstoffe, diverse Vitamine und Mineralien, Cyanine sowie √§therische √Ėle.

 

So hilft es denn innerlich angewendet bei Ekzemen, Asthma und anderen Lungenleiden, bei Hautleiden und Gastritis. Das Duftveilchen hat eine gute Wirkung bei zu hohen Blutfettwerten sowie bei Bluthochdruck.

Im Falle von Erregungszust√§nden wirkt vor Allem der beruhigende Duft des violetten Bl√ľmchens.¬†

√Ąu√üerlich, als Breiumschlag, verwendet man das Veilchen bei Sinusitis, Akne, Verletzungen allgemein und schlecht verheilenden Verbrennungen . Da Viola odorata antibakterielle Eigenschaften hat, ist dies leicht nachzuvollziehen.

Das wohlriechende Veilchen hat potentiell antitumor√∂se Eigenschaften und k√∂nnte daher in der Zukunft m√∂glicherweise eine Rolle in der Entwicklung von Medikamenten f√ľr die Krebstherapie spielen.

Man könnte sagen, das Duftveilchen ist klein aber oho!

 

Als einer der ersten Fr√ľhlingsboten wurde das M√§rzveilchen nach den langen Wintern sehnlichst erwartet. Wie der Name schon sagt, bl√ľht es im M√§rz und April, selten l√§nger.

Die Wertsch√§tzung dem¬† echten Veilchens gegen√ľber war fr√ľher tats√§chlich sehr gro√ü. Das kann man auch an den rauschenden Festen, die ab 1200¬† n. Ch. am Wiener Hof und das ganze Mittelalter hindurch in ganz S√ľddeutschland zu Ehren des ersten Duftveilchens stattfanden, ermessen. Selbst heute noch freuen sich viele Menschen, wenn sie das kleine Pfl√§nzchen entdecken.

Die Bl√ľten von Viola odorates sind essbar und k√∂nnen so manchen Fr√ľhlingssalat aufwerten. Mit schwarzem Tee gemischt, kann es als Hei√ügetr√§nk zur Geschmacksvielfalt im Alltag beitragen. Als Lik√∂r angesetzt, verfeinert das wohlriechende Veilchen S√ľ√üspeisen wie z. B. Eis.¬† In der Konditorei kommen bei der Dekoration von Torten ‚ÄěViolettes de Toulouse‚Äú, wie die kandierten Veilchen in Frankreich hei√üen, zur Anwendung und verhei√üen einen au√üergew√∂hnlichen Geschmack. Bis in die Zeiten unserer Gro√üeltern hinein waren Veilchenpastillen in Mode. Vermutlich hatte diese Anwendung neben dem guten Geschmack auch mit der schlechten Zahn- und Mundhygiene zu tun….

Der zarte Duft des Veilchens regte so manchen Dichtar an, dieses Bl√ľmchen zu besingen: Johann Wolfgang von Goethe schw√§rmte vom „herzigen Veilchen“ und Eduard M√∂rike lie√ü das Veilchen „ahnungsvoll vom Fr√ľhling tr√§umen“. Wen wundert¬īs, dass der zarte Duft der Veilchen¬† seine Verwendung ebenfalls in der Parf√ľmerie fand. So kennt vielleicht manch einer noch den Duft von Gro√ümutters Veilchenparf√ľm..

√úbrigens: Die Veilchenwurzel der Babies, die beim Zahnen hilft, hat mit dem Duftveilchen nichts zu tun. Diese „Veilchenwurzel“ ist ein Rhizom der Iris germanica und verwandten Arten.