Der Giersch

L√§stiges Unkraut oder ein gutes Heilkraut der Mutter Natur? Auf diese Frage werden G√§rtner und Naturheilkundler bzw. Kr√§uterfans wohl sehr unterschiedlich antworten…

Botanisch wird der Giersch “ Aegopodium podagraria“ genannt. Zweimal klingt in dieser Bezeichnung der „Fu√ü“ an und wer wei√ü, dass es eine Erkrankung gibt, die den Namen „Podagra“ tr√§gt, was soviel bedeutet wie „Akuter Gichtanfall im Gro√üzehengrundgelenk“, k√∂nnte auf die Idee kommen, dass unser Monatspfl√§nzchen einen Bezug zu Erkrankungen rund um den Fu√ü haben k√∂nnte.

Die Gicht, die fr√ľher auch „Zipperlein“ hie√ü, gab dem Giersch in der Tat auch seinen Beinamen „Zipperleinskraut“ und schon sind wir bei einer der bew√§hrten Indikationen rund um den Giersch. Sowohl Gicht als auch Rheuma und Arthritis sind seine Anwendungsgebiete. Hierf√ľr werden Umschl√§ge und eine Teekur aus den Bl√§ttern gemacht. Nat√ľrlich muss man seine Ern√§hrung an die Erkrankung anpassen. Wunder kann auch der Giersch nicht bewirken. In der modernen Schulmedizin spielt ein Behandlung mit Giersch keine Rolle mehr. Man konnte im Labor keine Einzelsubstanz nachweisen, die wirksam w√§re. Trotzdem ist er eine sinnvolle Unterst√ľtzung bei diesen Erkrankungen denn Giersch l√∂st die Harns√§ure, wirkt entw√§ssernd und entz√ľndungshemmend. Er regt die Verdauung an und wirkt leicht abf√ľhrend.

Des Weiteren ist der Gei√üfu√ü, wie der Giersch auch noch hei√üt, als Auflage aus frischen, gequetschten Bl√§ttern auch ein bew√§hrtes Mittel bei Insektenstichen, im Fall von Verbrennungen bringt er Linderung und K√ľhlung ( Nicht auf offene Wunden! ).

Wer unter H√§mmorrhoiden leidet, freut sich vermutlich √ľber ein erleichterndes Gei√üfu√übad, bei Zahnschmerzen helfen Bl√§tter in Wein gesotten und verr√§uchert hilft der Giersch bei Schnupfen. Letzteres ist allerdings f√ľr Kinder unter 12 Jahren noch nicht geeignet.

Inzwischen wird die Pflanze gerne als „Superfood“ gehandelt und im Fr√ľhjahr als Smoothie verarbeitet um mit dem √ľppigen Chlorophyll unsere eigenen Lebenskr√§fte zu st√§rken. Man verwendet dazu die jungen Spro√üe und Bl√§tter. Diese k√∂nnen ebenso die Gem√ľse- und Salatk√ľche bereichern. Im Omlett oder Pfannkuchen ist das Zipperleinskraut eine kulinarische Abwechslung und wenn die Petersilie fehlt, ist Giersch ein wunderbarer Ersatz. Seine Samen bringen W√ľrze ins Gericht.

Wussten Sie eigentlich, dass das Chlorophyll sich vom menschlichen Blut nur durch Magnesium im Zellkern anstelle von Eisen unterscheidet? Wen wundert`s da noch, dass uns die „Gr√ľnkraft“, wie Hildegard von Bingen die Kraft der Pflanzen schon benannte, so gut tut.

Aus moderner Sicht ist das nicht weiter erstaunlich. Die Pflanze mit dem weiteren Volksnamen „Erdholler“ birgt viele Inhaltsstoffe in sich:

Kalium, Magnesium, Calzium, Mangan, Zink, Kupfer, Vitmine A + C, Eiwei√ü, Harze, √§therische √Ėle, Cumarine, Flavonoide, Phenolcarbons√§ure…

 

Sie sehen, es gibt viele Gr√ľnde, den Erdholler nicht zu verdammen sondern lieber zu sammeln und/oder aufzuessen. Ihn anzupflanzen w√ľrde ich mir allerdings aufgrund seiner extremen Verbreitungskraft gut √ľberlegen…

 

Wenn Sie Giersch selber sammeln wollen, m√ľssen sie die 3-er Regel beachten:

3-eckiger Stängel Р3 Blätter РJedes Blatt ist in sich 3-teilig

Giersch riecht nach Petersielie, Sellerie und Karotte!

 

Da Verwechslungsgefahr z. B. mit Hundspetersilie, Bärenklau oder Schierling

besteht, gilt wie immer:

Jeder handelt auf eigene Verantwortung und sammelt nur und auschließlich die Pflanzen, die er sicher kennt!!!