Der Gundermann

Der Gundermann, auch Gundelrebe genannt, blüht ab jetzt im April bis in den Juni hinein in seinen schönen violetten Farben und rankt sich durch die Grasnarbe. Man findet ihn auch in Hecken oder auf Brachland. Selbst in lichten Wäldern kann man ihn manchmal an den Wegen entlang sehen.

Sein herber Duft und Geschmack sind etwas gewöhnungsbedürftig, erinnerert er doch ein wenig an Schweiß. Trotzdem ist das Pflänzchen mit dem botanischen Namen Glechoma hederacea eine genauere Betrachtung wert.

Als alte germanische Zauberpflanze fand die Gundelrebe Einzug in die Riten unserer Ahnen und half, böse Geister fernzuhalten. Durch das frische GrĂĽn regt das Heilkraut die Milchbildung bei den KĂĽhen an und, wen wundert`s, schon gab es bei den Altvorderen auch einen Milchzauber mit exakt vorgegebenem Ablauf. Wer sich dafĂĽr interessiert, findet in der Literatur noch etliche andere magische Anwendungen des Erdefeus dessen Name im lateineischen „hederacea“ anklingt.

Doch wirkt der Gundermann weit ĂĽber das zauberische Spektrum hinaus.

In den Namen Gundermann oder Gundelrebe steckt der alte Begriff “ Gund„. Gund bedeutet soviel wie „Eiter“ weswegen die Heilpflanze bei allen Krankheiten angezeigt ist, die mit eitrigen Prozessen in Verbindung stehen. Schnupfen spricht ebenso auf Gundermann an wie eine eitrige BlasenentzĂĽndung.

Zwar kann man Gundelrebenkraut auch getrocknet verwenden aber das frische Kraut birgt mehr Kraft in sich. In der Regel kann man es auch unter dem Schnee finden. Meist werden die Blätter angewandt.

Grundsätzlich kann bei Glechoma hederacea aber das ganze Kraut verwendet werden. An einem schattigen Plätzchen getrocknet, hilft es im Notfall auch wenn kein frisches Kraut zu finden ist.

Das Heilspektrum fĂĽr den Menschen ist relativ breit gestaffelt:

Gundermann wirkt schleimlösend, wirkt auf die Lunge und die Schleimhäute z. B im Magen sowie auf die Haut. Er löst Steine z. B. in der Niere auf und regeneriert u. a. durch seine Bitterstoffe den Stoffwechsel des Menschen. Daher ist der Erdefeu auch in Blutreinigungstees gut aufgehoben. Als Ölauszug ist er bei schlecht heilenden Wunden oder zur Hautpflege immer einen Versuch wert. Auch Frischsaftanwendungen sind in der Fachliteratur bekannt.

Die Gundelrebe wird allgemein also bei folgenden Erkrankungen eingesetzt:

Nieren – und Blasenleiden, Magen- Darm- Katharr, Durchfall, Appetitlosigkeit, Leberbeschwerden, grippale Infekte und leichte Atemwegserkrankungen. Wundheilungsstörungen.

 

Wer jetzt denkt, Glechoma hederacea wäre sicher ein Genuss zur Bereicherung des Speiseplans, sollte Vorsicht walten lassen und nur wenige Blättchen verwenden. Man denke dabei an meine Eingangsworte…

Ăśbrigens:

Was der Mensch gut verträgt ist nicht für alle Lebewesen gleich gut.

FĂĽr mache Tiere ist die frische Gundelrebe giftig. Pferde oder Hamster

z. B. gehören zur gefährdeten Gruppe.